Porsche  Modellreihen
Porsche 356
Porsche 356 Nr. 1
Allgemeines
In Serie ging der Porsche 356 mit geänderten Rahmen und einem Heckmotor statt des ursprünglichen Mittelmotorkonzeptes.
Die ersten 50 Wagen mit Aluminiumkarosserie wurden in Handarbeit in Gmünd in Kärnten gebaut, wohin Porsche gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ausgewichen war.
1950 zog Porsche nach Stuttgart-Zuffenhausen zurück.
Die Produktion wurde in Räumen der Karosseriewerke Reutter aufgenommen, die bereits Ende 1949 den Auftrag erhalten hatten, 500 Stahlkarosserien zu fertigen.
Das Design stammte von Erwin Komenda, der schon die Karosserie des VW Käfer gestaltet hatte.
Die ersten Porsche 356 enthielten viele Serienteile von VW, wie Getriebe, Bremsen, Vorder- und Hinterachsfederung und Lenkung.
1950 kamen Duplexbremsen vorn dazu.
Während seiner Produktionszeit verbesserte Porsche den Typ 356 immer weiter, behielt aber typische Merkmale wie die für Porsche patentierte und vom VW Käfer bekannte vordere Kurbellenkerachse sowie die an Längsschubstreben geführte hintere Pendelachse mit Drehstabfedern bei.
Die Motoren basierten zwar immer auf dem VW-Original, wurden aber stetig weiterentwickelt.
Alle Porsche 356-Varianten hatten einen 4-Zylinder-Heckmotor und Hinterradantrieb.
Parallel konstruierte 1953 Ernst Fuhrmann den völlig neuen 1,5-Liter-Königswellen-Motor (Fuhrmann-Motor) mit vier obenliegenden Nockenwellen und einer Leistung im Porsche 356 Carrera von zunächst 74 kW (100 PS), der vor allem in den Rennversionen zum Einsatz kam und später im Typ 904 GTS mit 2 Liter Hubraum bis zu 136 kW (185 PS) leistete.
Porsche 356 • 1948-1955
Der Porsche 356 (Urmodell) war der erste von Porsche entwickelte und produzierte Sportwagen, der unter dem Namen Porsche vertrieben wurde.
Bereits zu Beginn der Produktion konnte der Wagen als Coupé oder Cabrio erworben werden.
Erkennbar sind die ersten Porsche 356 an der zweigeteilten Windschutzscheibe aus Sekuritglas mit Mittelsteg (ab Modelljahr 1952 einteilige Scheibe, aber mit einem Knick in der Mitte).
Serienmäßig hatte der Wagen eine durchgehende Sitzbank für Fahrer und Beifahrer, Einzelsitze waren auf Wunsch erhältlich.
Die Serienversionen des ersten Porsche 356
Porsche 356
Auffällige Merkmale waren z. B. die geteilte Frontscheibe oder die fest verglasten hinteren Fenster.
Diese ließen sich bei späteren Baujahren aufklappen.
Auf der Radioantenne saß eine rote Spitze, "Red Tipper" genannt.
Ein Porsche-Wappen befand sich zumindest an den 356ern der ersten Baujahre nicht, da es erst 1952/53 gestaltet wurde.
An Bug und Heck stand daher Porsche.
Die ersten Fahrzeuge hatten ein weißes Dreispeichenlenkrad von Petri mit Hupring aus Bakelit, das im 356 A durch eine Ausführung mit zwei Speichen ersetzt wurde.
Links neben dem Lenkrad befand sich das Zündschloss, damals noch in Verbindung mit einem Startknopf.
Der Benzinstand konnte nur mit einem Holzstab mit Kerben, der senkrecht in den Benzintank zu halten war, kontrolliert werden, da es keine Tankuhr gab.
Für die Lackierung der Fahrzeuge wurde Nitrolack verwendet.
Porsche 356
Die Sportversionen des Urmodells
Porsche 356 Speedster
Vorläufer des Speedster war 1952 der American Roadster, der auf Anregung aus Amerika in einer Auflage von nur 15 Stück gebaut wurde (nur eins dieser Fahrzeuge blieb in Deutschland).
Die handgefertigten Aluminiumkarosserien des America Roadsters entstanden bei der Gläserkarosserie GmbH in Ullersricht bei Weiden in der Oberpfalz, die vor dem Krieg mit Sitz in Dresden eine der bekanntesten Karosseriebaufirmen war.
Der Roadster war 60 kg leichter als das Coupé und erreichte mit dem 70-PS-Motor eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.
Porsche 356 A • 1956-1959
Das zweite Modell des 356 (ab Herbst 1955), das durchgängig während der kompletten Produktionszeit in drei Karosserie-Varianten (Coupé, Cabrio, Speedster/Convertible D) mit fünf Motortypen hergestellt wurde.
Neu waren die nun einteilige, gebogene Frontscheibe und Türscheiben aus Hartglas (Sekurit) sowie das an der Oberseite gepolsterte Armaturenbrett.
Zusätzlich wurde der 356 A ab 1958 als Hardtop-Cabriolet (Cabrio-Karosserie mit festem, abnehmbaren Hardtop) angeboten.
Die Serienversionen des A-Modells
Porsche 356 A
Der 356 A wurde während seiner Produktionszeit ständig weiterentwickelt. Zunächst verbesserten die damals neuen Lenkungsdämpfer und ein verstärkter Nachlauf der Vorderräder die Lenkung des 356 A gegenüber der Lenkung seines Vorgängers.
Zwei jetzt aus acht Federblättern bestehende Federstäbe machten die Federung vorne weicher.
Eine weitere Verbesserung waren die größeren Radbremszylinder.
Zu Beginn der Baureihe 356 A waren fünf Motortypen im Programm: 1300 mit 44 PS, 1300 S mit 60 PS, 1600 mit 60 PS, 1600 S mit 75 PS und 1500 GS Carrera mit 100 PS. Kurbelgehäuse, Zylinderkopf und Kolben waren bei allen Typen aus Leichtmetall.
Der 356 A wurde insgesamt 21.045-mal verkauft zu Preisen zwischen 11.400 bis 15.750 DM.
Die Sportversionen des A-Modells
Porsche 356 A
Porsche 356 B • 1960-1963
Der Porsche 356 wurde in dieser Modellvariante umfassend überarbeitet, was den Wagen moderner und eleganter erscheinen ließ.
Die Scheinwerfer und die Stoßstangen wurden höher gesetzt, sodass der Wagen freundlicher erschien.
Das Lenkrad erhielt eine versenkte Nabe, Drehfenster verbesserten die Frischluftzufuhr und die Heckscheibe wurde von einer Heizdüse beschlagfrei gehalten.
Die Serienversionen des B-Modells
Der Porsche 356 B wurde von Herbst 1959 bis 1961 als Coupé, Cabriolet/Hardtop und Roadster produziert (der Roadster als Nachfolger des Convertible D).
Ab 1960 produzierte Karmann in Osnabrück außerdem den Hardtop mit fest aufgeschweißtem Dach, der sich vom klassischen Porsche-Coupé durch eine abgesetzte Dachlinie (fast wie ein Stufenheck), schmale B-Säulen sowie ein großes Heckfenster unterschied und dem Cabriolet-Hardtop ähnelte.
Die Produktion des Roadsters, den zuletzt D'leteren in Brüssel fertigte, wurde 1962 eingestellt.
Porsche 356 B
Die Sportversionen des B-Modells
Porsche 356 B
Porsche 356 Abarth
Porsche 356 Carrera
Porsche 356 C • 1964-1965
Der 356 C entspricht weitgehend der letzten Ausführung des 356 B.
Äußerlich unterscheidet er sich von dem Vorgänger nur durch geänderte Lochscheibenräder mit neuen Radkappen (ohne Porsche-Wappen), die durch Scheibenbremsen an allen vier Rädern erforderlich wurden.
Zeitgleich neben dem 356 C bzw. 356 SC lief die Produktion des Porsche 911 an.
1965 löste der Porsche 912 (4-Zylinder-Motor, 90 PS) als Einsteigermodell den 356er ab.
Die Serienversionen des C-Modells
Porsche 356 C
Die Sportversionen des C-Modells
Porsche 356 C